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Geschichte

Aus der Geschichte der Johann-Hinrich-Pratje-Schule

 

Wer war Johann-Hinrich-Pratje?

Johann Hinrich Pratje wurde am 17. September 1710 in Horneburg geboren. Nach einer Kaufmannslehre zog er 1729 als lernbegieriger junger Mann auf die Universität nach Helmstedt und studierte Theologie. Mit 21 Jahren kehrte er mit einem wohlgegründeten Wissen als Kandidat der Theologie in seinen Heimatort zurück und wurde drei Jahre später zum 2. Pastor gewählt. Er erfreute sich in seiner Gemeinde einer solchen Beliebtheit und Anhänglichkeit, dass die Menschen „miteinander wetteiferten, Beweise ihrer Zufriedenheit, Liebe und Achtung an den Tag zu legen“. Durch den Geheimen Rat von Münchhausen wurde er 1743 an die zweite Predigerstelle an der Wilhadikirche in Stade berufen und zwei Jahre später als Hauptprediger eingesetzt. Mit 39 Jahren wurde Pratje zum Superintendenten ernannt. Damit war ihm das höchste kirchliche Amt im Bereiche der Herzogtümer Bremen und Verden anvertraut, und er hat es mit großer Schaffenskraft 42 Jahre lang geführt. Diese langen Jahre waren für seinen Amtsbereich, für seine Kirchen ebenso wie für die Schulen, gesegnete, vorwärts schreitende Jahre. Seine Hauptliebe und der größte Teil seiner über 300 schriftstellerischen Arbeiten galt vor allem seiner Heimat.

Mit ihr hat er sich stets verbunden gefühlt, sich mit Stolz ein Sohn Horneburgs, des Gebietes der Niederelbe, genannt. Als er begann, eine allgemeine Geschichte der Niederelbe zu schreiben, nahm der Tod dem 81jährigen im Jahr 1791 die Feder aus der Hand.

(aus der Schrift „700 Jahre Horneburg“)

 

Die Zeit vor der Gründung

Die bekannten Urkunden geben keine genaue Auskunft über die erste Schule in Horneburg. Es kann davon ausgegangen werden, dass mit der Gründung des nahe bei Horneburg gelegenen Klosters Neuenkirchen (1270) auch der Unterricht durch die Mönche beginnt.

Mit der Reformation kommt eine christliche Schule nach Horneburg. In den Urkunden wird von einer Küsterschule berichtet, später (1669) folgt eine Organistenschule. Da beide Schulen für die Lehrer eine bedeutende Nebenverdienstmöglichkeit darstellen, werden die Schüler durch Zugeständnisse umworben. Es entwickelt sich ein regelrechter Konkurrenzkampf zwischen beiden Schulen, unter dem das Niveau der schulischen Arbeit aber stark leidet.

Im Jahr 1838 werden die beiden Schulen zusammengelegt, so dass dieses Jahr als das Gründungsjahr der Horneburger Volksschule gesehen werden kann. Mit der Zusammenlegung von beiden Schulen steigt auch die Nachfrage nach einem weiterführenden Bildungsangebot. Zunächst unterrichtet der Pastor zusätzlich zum Volksschulunterricht interessierte Schüler vor allem in fremden Sprachen. Die nachfolgenden Pastoren wollen diesen Unterricht nicht fortsetzen und so kommt es zur Gründung einer Privatschule. Obwohl ein hohes Schulgeld zu bezahlen ist, ist der Unterrichtserfolg gering. .

Wiederum ist es ein Pastor, der 1870 eine Parallelklasse zur Oberklasse der Volksschule einrichtet (Selekta). Der Unterrichtsstoff orientiert sich am Lehrplan der städtischen Mittelschule und beinhaltet auch einen freiwilligen Unterricht in der englischen Sprache.

1884 wird diese im Volksmund ‚Mittelschule’ genannte Klasse aufgehoben und mit der Volksschule organisatorisch zusammengelegt. Der Lehrplan bleibt aber erhalten und es muss ein Schulgeld von 12 Mark jährlich bezahlt werden.

1905 wird die Volksschule sechsklassig, gleichzeitig wird aber die Selekta aufgelöst. Dies bedeutet für die Horneburger einen großen Verlust, da jetzt die Schülerinnen und Schüler dieser ehemaligen Klasse nach Stade fahren müssen, wenn sie eine weiterführende Schule besuchen wollen.

Nach dem ersten Weltkrieg erwacht wieder der Gedanke an eine Volksschulklasse mit erweitertem Bildungsangebot. Und da auch noch Verkehrsschwierigkeiten für die Fahrschüler nach Stade hinzukommen, gründet man 1920 die gehobenen Klassen F1 und F2 der Volksschule in Horneburg. Diese Klassen sind zweijährig. Es wird Englisch als Pflichtsprache und wahlfrei Französisch unterrichtet. Im Jahr 1921 übernehmen die gehobenen Klassen den Lehrplan der Stader Mittelschule. Schüler die das Ziel der F1 erreicht haben, werden in die erste Klasse der Stader Mittelschule aufgenommen. Anfangs können die Horneburger Schüler besonders im Fach Französisch den Anschluss an Stade nur schwer erreichen, da  in Stade Französisch die Hauptfremdsprache ist. 1924 werden die Wochenstunden dann aber von drei auf sechs Stunden pro Woche angehoben.

Obwohl die gehobenen Klassen in Horneburg immer wieder gefährdet sind, bleibt die Organisation der Schule bis 1938 unverändert.

 

Die Gründung und die Anfänge der Horneburger Realschule

Im Jahr 1938 wird in Deutschland das gesamte Mittelschulwesen neu geordnet. Für Horneburg ergibt sich damit die Möglichkeit, die gehobenen Klassen aufzuheben und eine eigenständige Mittelschule zu gründen. Alle Beteiligten beschließen einmütig die Gründung einer selbstständigen Mittelschule und stellen einen entsprechenden Antrag bei der Regierung in Stade. Den gleichen Beschluss fällt zur gleichen Zeit die Nachbargemeinde Steinkirchen. Es ist allen klar, dass in einem so kleinen Einzugsbereich nur ausreichend Schüler für eine Mittel schule vorhanden sind. Längere Zeit ist die Entscheidung völlig offen. Doch schließlich setzt sich Horneburg durch und Bürgermeister zum Felde kann am 14. Juli 1939 dem Gemeinderat mitteilen, dass eine Mittelschule in Horneburg eingerichtet werden kann. Rektor Eckhoff von der Volksschule übernimmt zunächst die Leitung.

Schon am 1. August beginnt der Unterricht. Die neue Mittelschule wird vorläufig im Gebäude der Volksschule untergebracht. Ein eigenständiges Schulgebäude neben dem Sportplatz ist geplant. Doch leider macht der 2. Weltkrieg einen großen Strich durch alle Planungen.

Da einige Lehrkräfte zur Wehrmacht einberufen werden, kann der Unterricht nur teilweise und mit Hilfe von Pensionären erteilt werden. Das Schulgebäude ist zeitweise geschlossen und der Schulbetrieb läuft nur behelfsmäßig. Die Schülerzahlen sind sehr schwankend.

Neben diesen äußeren Schwierigkeiten kommen noch schulorganisatorische Hindernisse auf die Schule zu. Das Schuljahresende wird von Ostern auf die Sommerferien verschoben und im Schuljahr 1942/43 wird die Mittelschule wieder in eine Hauptschule mit gehobenen Klassen umgewandelt.

Ab 1943 wird der Unterricht immer härter. Die Pflichtstundenzahl für Lehrerinnen und Lehrer wird auf 31 bzw. 33 Wochenstunden heraufgesetzt. Bei Fliegeralarm muss das Schulgebäude geräumt werden, danach geht der Unterricht weiter. In den letzten Kriegsmonaten wird zeitweise nur an drei Tagen in der Woche eine Stunde unterrichtet. Lediglich die Abschlussklassen erhalten im geheizten Lehrerzimmer vollen Unterricht.

Am 11. April 1945 wird die Schule von der Wehrmacht besetzt. Am 30. April rücken die Engländer in den Ort ein und die Schule wird Lazarett. Unterricht kann bis auf weiteres nicht abgehalten werden.

Im Oktober 1945 kann der Lehrbetrieb langsam wieder beginnen. Die Mittelschule wird wieder eingeführt und schon zu Ostern 1946 werden wieder 45 Schülerinnen und Schüler für die 5. Klassen aufgenommen. Es muss aber für jeden Mittelschüler ein Schulgeld von monatlich 10 RM gezahlt werden. Da die Schülerzahlen stetig steigen, werden die

Da die Schülerzahlen stetig steigen, werden die Raumprobleme immer größer. Deshalb kauft die Gemeinde Horneburg eine Baracke auf dem Marktplatz und baut diese als Schulgebäude um. Am 7. Januar 1948 zieht die Mittelschule in die neue Schulbaracke ein. Mittelschullehrer Otto Kammann übernimmt die Leitung der Schule und löst Adolph Hintze ab, der die Schule zuvor stellvertretend geleitet hat.

Das Gebäude ist zwar nun vorhanden, es fehlt jedoch für den Schulbetrieb an allen möglichen Lehrmitteln und Einrichtungsgegenständen. So gibt es z.B. nur eine einzige Glühbirne und diese wird dringend im Heizungsraum benötigt. Trotz aller Schwierigkeiten weiß man sich zu helfen. Es werden Elternabende, Theateraufführungen, Lieder und Volkstanzabende veranstaltet. Ein Mittelschulzweckverband der umliegenden Gemeinden wird gegründet und es geht weiter aufwärts. Die Schülerzahl steigt auf über 200 und bald entspricht die Schulbaracke am Marktplatz nicht mehr den Erfordernissen. Die ersten Überlegungen für einen Neubau werden angestellt.

 

Der Schulneubau in der Schanzenstraße

Das Schuljahr 1954/55 bringt die höchste Schülerzahl seit Bestehen der Schule. 264 Schülerinnen und Schüler verteilen sich auf die Klassen 5-10. Da die Schulraumnot immer größer wird, beschließt der Gemeinderat der Gemeinde Horneburg in seiner Sitzung am 28. Februar 1955, trotz schwerster Bedenken wegen der finanziellen Belastungen, den Neubau einer sechsklassigen Mittelschule. Erleichtert wird der Beschluss durch die Zusage einer finanziellen Unterstützung durch die Regierung in Stade.

Die Planungen werden zügig vorangetrieben und bereits am 20. April 1956 kann im Rahmen des 700jährigen Bestehens vom Horneburg die Grundsteinlegung gefeiert werden.

Fast ein Jahr später nehmen Lehrer und Schüler am 9. April 1957 Abschied von ihrer Baracke am Marktplatz und weihen anschließend die neue Schule an der Schanzenstraße ein. Sie trägt den Namen: Johann-Hinrich-Pratje-Schule.

Im neuen Schulgebäude entwickelt sich in den nächsten Jahren schnell ein reges und abwechslungsreiches Schulleben. Immer wieder gibt es Sportfeste, Ausstellungen und Aufführungen der verschiedensten Art. Am 23. Juli 1957 wird das neue Schwimmbad mit Schwimmwettkämpfen und Spielen im Wasser eingeweiht. In der Schule selbst setzt Mittelschulrektor Otto Kammann die pädagogischen Impulse. Am 17. November 1961 wird die neue Volksschule eingeweiht. Sie steht nur wenige hundert Meter entfernt am Leineweberstieg. Beide Schulen bilden jetzt zusammen mit dem Freibad ein modernes Schul- und Sportzentrum. Die Turnhalle der Volksschule am Leinewebersteig sowie die Schulküche an der Schanzenstraße werden von beiden Schulen benutzt

Am 1. April 1964 findet ein Wechsel in der Schulleitung statt. Mittelschulrektor Otto Kammann, der die Mittelschule fast 25 Jahre leitete, wird pensioniert. Sein Nachfolger wird Mittelschullehrer Hermann Behm. Er wird die Schule ebenfalls fast 25 Jahre leiten und prägen.

 

Die Entwicklung der Johann-Hinrich-Pratje-Schule nach 1965

Doch auch die neue Schule wird immer größer. Besonders nach Wegfall des Probeunterrichts im Jahr 1965  kommt es zu einem rasanten Anstieg der Schülerzahlen. Und so muss sich der Gemeinderat 1966 schon wieder mit Anbauplänen befassen. Bereits im Schuljahr 1967/68 wird die Schule um vier zusätzliche Klassenräume, eine neues Lehrerzimmer und einen Lehrmittelraum vergrößert.

1974 soll die Orientierungsstufe in Horneburg eingeführt werden. Damit entsteht jedoch ein neues Schulraumproblem. Wo soll die neue Schule stehen? Zunächst plant man einen zweiten Anbau im Bereich der Realschule. Zusätzlich sollen 2 Schulpavillons zur Aufnahme der Orientierungsstufe aufgestellt werden. Dieser zweite Anbau wird im Jahr 1974 begonnen. Er bringt der Realschule neue Fachräume für Biologie/Chemie, Physik, Musik, Maschinenschreiben und sogar ein Sprachlabor. Im Jahr 1975 kommt es zu einem Ratsbeschluss, der besagt, dass die neue Orientierungsstufe bei der Grundschule angesiedelt werden soll und dass die Hauptschule zusammen mit der Realschule in dem erweiterten Gebäude in der Schanzenstraße untergebracht wird.

Im Juni 1975 wird der Erweiterungsbau eingeweiht und die Hauptschule zieht in das Gebäude ein. Schulleiter wird Reimer Flügel.

Es zeigt sich jetzt, dass die Übungsstätten sowohl für den Schulsport als auch für den Vereinssport nicht mehr ausreichen. Der Landkreis Stade, der seit 1976 Schulträger der Sekundarstufe I ist, sieht diesen Notstand und beschließt den Bau einer neuen Sporthalle. Im März 1977 wird mit dem Bau begonnen und am 4. Juli 1978 wird die Halle mit einem großen Programm eingeweiht.

In der weiteren Entwicklung der Schule stellt sich heraus, dass trotz der Anbauten nicht der Raum zur Verfügung steht, der den Anforderungen eines modernen Unterrichts entspricht. Ein dritter Anbau wird geplant und im Jahr 1985 begonnen. Die Einweihung der zwei neuen Klassenräume, eines zusätzlichen Werkraumes und der Aula findet am 4. Juni 1986 statt. Mit dem dritten Anbau sind die großen Baumaßnahmen nach Abschluss der Umgestaltung des Schulhofs 1987 weitgehend abgeschlossen. Innerhalb des Gebäudes werden jedoch noch einige Räume zu Fachräumen umfunktioniert. So entstehen ein Biologie- und ein Textilarbeitsraum, ein Computerraum ist geplant.

Neben den Veränderungen am Gebäude bringen die zweiten 25 Jahre auch einschneidende Veränderungen auf schulisch-pädagogischem Gebiet. Die erste Veränderung ist eine Namensänderung. Seit 1964 heißt die ehemalige Mittelschule Realschule. Doch die folgenden Veränderungen sind viel wichtiger. 1965 ist das erste Jahr, in dem die Schüler ohne Probeunterricht nur aufgrund eines Gutachtens der Grundschule eine weiterführende Schule besuchen dürfen. Für die Realschule brachte dies einen starken Anstieg der Schülerzahlen. 1968 beginnt an der Realschule die Differenzierung in Mathematik und Englisch. Für begabte Schüler kann ein über das normale Realschulniveau hinausgehender Unterricht erteilt werden. Die Johann-Hinrich-Pratje-Schule ist eine der ersten Schulen im Landkreis Stade, die ihren Schülerinnen und Schülern diese erweiterte Möglichkeit bietet.

Die 70er Jahre bringen für die Realschule die einschneidendste Veränderung. Die Orientierungsstufe wird eingeführt und das hat die Reduzierung der Realschule auf vier Jahrgänge zur Folge. Im Zuge der Einführung der Einführung der Orientierungsstufe werden die Lehrpläne überarbeitet und neu gestaltet.

Um 1980 wird die Arbeit in der Realschule neu geregelt. Neben einem festgelegten Pflichtstundenkonto gibt es nun für die Schüler der 9. und 10. Klassen die Möglichkeit, im Rahmen von Wahlpflichtkursen in Fächern, an denen sie besonderes Interesse haben, einen weitergehenden Unterricht zu erhalten. Gleichzeitig wird das Fach Arbeit-Wirtschaft für die Klassen 9 und 10 neu eingeführt. Hiermit ist ein Schülerbetriebspraktikum verbunden, das die Schüler verpflichtend in Klasse 9 oder 10 abzuleisten haben.

Zum Schuljahresende 1987/88 wird Schulleiter Hermann Behm verabschiedet. Er war über 30 Jahre in Horneburg als Lehrer und Schulleiter tätig. Sein Nachfolger wird Werner Pooch, der zuvor in an der Realschule Hohenwedel in Stade als Konrektor tätig war.

Eine seiner ersten großen Amtshandlungen ist die Organisation des 50jährigen Schuljubiläums im Juni 1989.

Nach der Grenzöffnung im Oktober 1989 entwickelt sich schnell ein Kontakt zur Schule in Friedland/Mecklenburg-Vorpommern. 1990 kommt es zu einem Schüleraustausch zwischen den Schülern von zwei 10. Klassen, wechselseitige Lehrerbesuche folgen.

Die Hauptschule und Realschule erhält einen gemeinsamen Computerraum und in den Klassen 9 und 10 wird Informatik in den Wahlpflichtkursen zum Unterrichtsfach. 

Der Samstagsunterricht wird nach heftigen Diskussionen  im Jahr 1992 abgeschafft.

Es gibt fast jährlich abendfüllende Theateraufführungen der Theater-AG unter der Leitung von Hans-Otto Ehlers.

Im Jahr 1993 wird das Dachdecker-Schnupperpraktikum ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit der Horneburger Baustofffirma Heinssen, der Dachdeckerinnung und verschiedenen Industriefirmen wird jährlich ein Schnupperpraktikum für 24-27 Schüler veranstaltet, um den Dachdeckerberuf näher kennenzulernen.

Es finden die ersten schulinternen Lehrerfortbildungen statt und der Flecken Horneburg schließt mit der Gemeinde Neumarkt in Österreich einen Städtepartnerschaftsvertrag, der auch die Möglichkeit eines Schüleraustausches beinhaltet. Die Orientierungsstufe organisiert daraufhin einen jährlichen Austausch mit Schülern der 6. Klassen.

Im Frühjahr 1998 nehmen Überlegungen bezüglich eines weiteren Erweiterungsbaus konkretere Formen an, als der Schulausschuss die Vergabe eines Planungsauftrags an den Horneburger Architekten Wilke beschließt. Im Sommer 1999 beginnen die Baumaßnahmen, die sich in drei Bauabschnitte aufteilen. Zuerst wird das Hausmeisterhaus abgerissen und es entsteht ein Anbau, der insgesamt 7 neue Klassenräume, eine neue Küche und verschiedene Gruppenräume beinhaltet. (2000) In einer zweiten Bauphase werden verschiedene Klassen- und Kellerräume umgebaut und es entstehen neben neuen Klassenräumen ein großes Forum mit Bühne sowie ein Musikraum mit Übezellen.(2002/2003) In einer dritten Bauphase wird der Verwaltungsbereich vollkommen umstrukturiert.(2003)

Am 19. Dezember 2001 wird die Johann-Hinrich-Pratje-Schule Modellschule für das Projekt ‚Kooperation Schule – Wirtschaft/Initiative Zukunft – fit für den Beruf’. Die Ehrung wird durch die Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper vorgenommen.

Im Jahr 2004 wird die Orientierungsstufe aufgelöst. Damit ist eine Neuaufteilung der Klassenräume verbunden, die sich im bisherigen Gebäude der Orientierungsstufe befinden. Auf Ratsbeschluss der Samtgemeinde Horneburg werden die Klassen 5-7 der Hauptschule sowie die Klassen 7 der Realschule in den Klassenräumen am Leineweberstieg untergebracht. Das führt zu erheblichen Laufbelastungen der Lehrerinnen und Lehrer, die in beiden Gebäuden arbeiten müssen.

Im Februar 2005 wird der Realschule der ‚Schulpreis 2004’ der Handwerkskammer Lüneburg-Stade für hervorragende Leistungen im Bereich der Berufsorientierung verliehen.

Im Jahr 2006 gibt es für kurze Zeit Überlegungen der Horneburger Verwaltung, Horneburg zu einem Standort eines neuen Gymnasiums zu machen. Doch es wird schnell deutlich, dass der Landkreis Stade andere Überlegungen anstellt.

Im Juli 2006 wird Schulleiter Werner Pooch im Rahmen einer Projektwoche und einer abschließenden Feier verabschiedet. Er leitete die Realschule seit 1988 und war maßgeblich an der Einführung der ‚Neuen Technologien’ an der Schule beteiligt. Nachfolger wird sein langjähriger Konrektor Hans-Otto Ehlers. Zum neuen Konrektor ernennt die Schulbehörde Ernst Schmidt, der viele Jahre zuvor an der Realschule Süd in Buxtehude gearbeitet hatte.

Bei den im Jahr 2008 durchgeführten Schulinspektionen können sowohl die Hauptschule als auch die Realschule hervorragende Ergebnisse erzielen.

Im Februar 2009 unterzeichnet die Schule einen Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Fußballbund (DFB), in dem die Hauptschule und die Realschule zu ‚Partnerschulen des DFB’ ernannt werden.

Im März 2011 beschließt der Niedersächsische Landtag die Einführung der neuen Schulform Oberschule. Die Oberschule ergänzt das bestehende differenzierte Schulwesen und erhöht die Gestaltungsmöglichkeit der kommunalen Schulträger. Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen können weitergeführt werden, können aber auch durch die neue Schulform Oberschule ersetzt werden. Auch ein gymnasiales Angebot kann bis Klasse 10 vorgehalten werden. Der Erwerb aller Schulabschlüsse, bis auf das Abitur, ist möglich.

Nach intensiven Diskussionen entscheiden sich die Kollegien der Hauptschule und der Realschule für die Einführung der Oberschule ohne gymnasialen Zweig mit Beginn des Schuljahres 2011/12. Auch der Rat der Samtgemeinde Horneburg beschließt die Einführung der Oberschule nach intensiven und zum Teil sehr kontroversen Diskussionen, da sich verschiedene Ratsmitglieder einen gymnasialen Zweig wünschen. Am Ende schließt sich aber eine Mehrheit des Rates dem Votum der Lehrerschaft an und Horneburg erhält keinen gymnasialen Zweig. Hauptbegründung: Für die Einrichtung eines gymnasialen Zweigs reichen die Schülerzahlen nicht aus, da der größte Teil der gymnasialen Schülerinnen und Schüler weiter in Buxtehude und Stade die allgemeinbildenden Gymnasien besuchen wird.

Mit Beginn des Schuljahres 2012 nimmt die Oberschule Horneburg von Klasse 5 an aufsteigend ihre Arbeit auf. Während die drei neu gebildeten Oberschulklassen nach Oberschulrichtlinien unterrichtet werden und nicht mehr nach Hauptschülern und Realschülern aufgeteilt sind, werden die verbliebenen anderen Klassen weiterhin nach Hauptschul- bzw. Realschulrichtlinien unterrichtet. Die bisherigen Hauptschul- und Realschullehrer werden auch offiziell zu Oberschullehrern ernannt.

Die Klassen 5 werden jahrgangsbezogen und ohne äußere Differenzierung unterrichtet. Die äußere Differenzierung setzt in den Fächern Mathematik und Englisch ab Klassen 6 ein. Ab Klasse 8 wird auch im Fach Deutsch mit einer äußeren Differenzierung in G- und E-Kurse gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler im G-Kurs erhalten in den Fächern Englisch, Mathematik und Deutsch einen Unterricht auf grundlegendem Niveau (Anforderungen einer Hauptschule) und die Schülerinnen und Schüler im E-Kurs erhalten einen Unterricht auf erweitertem Niveau (Anforderungen der Realschule). Ab Klasse 9 wird auch in Fach Chemie differenziert.

Schulleiter der Oberschule wird der bisherige Leiter der Realschule Hans-Otto Ehlers. Der bisherige Leiter der Hauptschule Reimer Flügel wird sein offizieller Konrektor, leitet aber  noch für ein Jahr inoffiziell die Hauptschulklassen weiter, da er zum Ende des Schuljahres 2011/12 in den Ruhestand geht.

Ein Ganztagsangebot wird in den Oberschulklassen 5 noch nicht vorgehalten, da die erforderliche Mensa fehlt. Aber die Planungen zum Bau einer Mensa auf dem Schulgrundstück des Hauptgebäudes beginnen zügig.

Im Juli 2012 geht der langjährige Leiter der Hauptschule Horneburg Reimer Flügel in den Ruhestand und der ehemalige Konrektor der Realschule Horneburg Ernst Schmidt wird Konrektor der Oberschule Horneburg. Die Kollegin Daniela Rambow wird didaktische Leiterin der Oberschule, dies ist eine Funktionsstelle, die in die Struktur der  Oberschule neu verankert wurde.

Die Oberschule Horneburg erhält wieder den Namen Johann-Hinrich-Pratje-Schule, da sowohl das Kollegium der Schule als auch der Rat der Samtgemeinde Horneburg der Meinung ist, dass der Name Johann-Hinrich-Pratje gerade auch für die neue Oberschule passend ist, da sich Johann-Hinrich-Pratje zu seinen Lebzeiten immer für eine umfassende Grundbildung aller jungen Menschen eingesetzt hat

Die Planung der Mensa geht voran und im Frühjahr 2013 beginnen die ersten Bauarbeiten  für die circa 140 Sitzplätze umfassende Mensa.

Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 wird die Oberschule Horneburg Ganztagsschule. Von Klasse 5 an aufsteigend gibt es für die Schülerinnen und Schüler an zwei Tagen ein verpflichtendes und an einem Tag ein freiwilliges Ganztagsangebot.

Da die neue Mensa noch nicht fertig ist, muss für den neuen Jahrgang 5 eine Zwischenlösung gefunden werden. 4 Monate lang werden die Schülerinnen und Schüler in der Schulküche und in einem angrenzenden Raum mit Essen versorgt, das von einem Bliedersdorfer Restaurantbetrieb hergestellt wird. Im Dezember 2013 wird die neue Mensa eingeweiht. Schon im ersten Jahr ihres Bestehens können die ersten Erfolgszahlen verbucht werden. Circa 85% aller Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen nehmen am Mittagessen in der Mensa teil. Auch viele Lehrkräfte essen in der Mensa.

In den folgenden Jahren nimmt jedes Jahr ein weiterer Schuljahrgang am Ganztagsunterricht und an der Mittagsverpflegung teil. Das Ganztagskonzept der Schule sieht vor, dass der Nachmittagsunterricht nur von Lehrkräften erteilt wird. Dadurch verändert sich der bisherige Arbeitstag der Lehrkräfte entscheidend. Immer mehr Lehrkräfte sind auch nachmittags in den Schulbetrieb eingebunden.

Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 werden Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf gemeinsam an der Johann-Hinrich-Pratje-Schule beschult. Die Lehrkräfte der Schule werden durch Förderschullehrkräfte der Balthasar-Leander-Schule in Harsefeld unterstützt.

Im Juni 2016 verlässt der letzte Haupt- und der letzte Realschuljahrgang die Schule. Ab dem Schuljahr 2016/17 besuchen nur noch Schülerinnen und Schüler die Oberschule Horneburg, die nach den Kerncurricula der Oberschule unterrichtet werden.

Im Mai 2016 wird die Johann-Hinrich-Pratje-Schule mit dem Zertifikat ‚pro BerufsOrientierung‘ ausgezeichnet.

Im Juni 2017 verabschiedet die Oberschule den ersten Jahrgang, der die Schule von Klasse 5 bis Klasse 10 besucht hat. Die Abschlussergebnisse sind auch in der neuen Schulform hervorragend. 50% der Schülerinnen und Schüler erhalten den Erweiterten Sekundarabschluss I, fast alle anderen Schülerinnen und Schüler erhalten den Realschulabschluss.

Nachdem der bisherige Konrektor Ernst Schmidt zum 1. Februar 2017 in den Ruhestand gegangen ist, übernimmt die bisherige Didaktische Leiterin Daniela Rambow das Amt zum 1. August 2017.

  

 

 

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